Geschich­te

Hier erscheint am 12. Mai die zwei­te Epi­so­de der Woertz-Geschichte …

Der erste Teil wird publi­ziert im Begleit­ma­ga­zin zur dies­jäh­ri­gen “ELECTRO-TEC Digi­tal” oder wei­ter unten auf die­ser Webseite.

woertzlich

… zum ersten Teil der Woertz-Geschich­te. Ich lade Sie ein auf eine Exkur­si­on zu den Anfän­gen unse­res Unter­neh­mens wel­che, unzer­trenn­bar ver­bun­den sind mit mei­nen per­sön­li­chen Wur­zeln. In die­ser Aus­ga­be wer­fen wir den Anker im 20. Jahr­hun­dert genau­er, im Jah­re 1928. Zu Ende der soge­nann­ten „gol­de­nen Zwan­zi­ger­jah­re“ sowie dem Beginn der glo­ba­len Wirt­schafts­kri­se beginnt auch die Geschich­te der Woertz AG. Es freut mich wenn, ich dabei Ihr Inter­es­se auf die Fort­set­zung der Erzäh­lung wecken konn­te. Nun wün­sche ich Ihnen viel Spass beim Lesen und gute Unterhaltung.

geschichte carole woertz

Woertz steht für Qua­li­tät, Kun­den­nä­he und Innovation

Wir schrei­ben das Jahr 1928, getrie­ben vom Unter­neh­mer­geist expe­ri­men­tiert der jun­ge Visio­när Oskar Woertz an Kunst­stof­f­ele­men­ten, die künf­tig den All­tag der Elek­tro­in­stal­la­teu­re erleich­tern sol­len. Bake­lit war der erste syn­the­ti­sche Kunst­stoff, der 1905 vom bel­gi­schen Che­mi­ker Leo Hen­drik Bae­ke­land ent­wickelt und eben­so nach ihm benannt wur­de. Just in jene Epo­che also, in der die Schweiz mit gro­ssen Schrit­ten die Elek­tri­fi­zie­rung vor­an­trieb. Sie mach­te aus der Not der begrenz­ten Res­sour­cen eine Tugend und nahm den Umstän­den ent­spre­chend eine Vor­rei­ter­rol­le in der Strom­ver­sor­gung ein. Beleg dafür die Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen, wel­che bereits zu 77 Pro­zent elek­tri­fi­ziert waren.

geschichte leonhardstrasse

Im Ofen der Küche unse­res Prot­ago­ni­sten wur­den also sprich­wört­lich die aller­er­sten Klem­men und Elek­tro­kom­po­nen­ten gebacken. Sei­ne Bau­tei­le fan­den schnell eine glü­hen­de Anhän­ger­schaft und mit der stark stei­gen­den Nach­fra­ge paten­tier­te der fin­di­ge Unter­neh­mer 1930 die ersten Fertigungen.

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Jene Pro­duk­te aus der klei­nen Werk­statt an der Leon­hard­stra­sse ver­kauf­ten sich wie war­me „Weg­gli“ (Sem­mel). Auf­grund der immer enger wer­den­den Platz­ver­hält­nis­se konn­te des­halb fünf Jah­re spä­ter der Stand­ort um eine weit geräu­mi­ge­re Manu­fak­tur an der Mar­ga­re­then­stra­sse erwei­tert wer­den. Die Fir­ma wur­de in der Aussen­be­trach­tung mehr und mehr als „die Denk­fa­brik“ bezeich­net. Der Drang nach Inno­va­ti­on und kon­ti­nu­ier­li­cher Ent­wick­lung wur­de mitt­ler­wei­le auch von der wach­sen­den Anzahl von Mit­ar­bei­tern oder wie Herr Woertz zu sagen pfleg­te, die Erwei­te­rung der Fami­lie getragen. 

Um mit der Geschwin­dig­keit, dem Wachs­tum und den Neue­run­gen Schritt zu hal­ten, galt der Patron erster Stun­de als for­dernd und för­dernd, jedoch stets mit dem nöti­gen Gespür für sein Umfeld und die Bedürf­nis­se sei­ner Beleg­schaft. Wenig erstaun­lich also, dass auch der Ver­kehrs­po­li­zist an der nahen Stra­ssen­kreu­zung das Gefährt des Fir­men­va­ters von wei­tem erkann­te und ihn mit Gruss und Hand­be­we­gung begrüss­te. Das Entre­pre­neurship und der Spi­rit in der Unter­neh­mung der 30er-Jah­re sind am besten ver­gleich­bar mit den heu­te prä­gen­den Tech­gi­gan­ten aus Über­see. Das letz­te Kor­re­lat des Chro­ni­sten hinkt etwas, da auf­grund des tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts klas­si­sche Ver­kehrs­po­li­zi­sten durch Signa­le ersetzt wur­den. Aber wer weiss, viel­leicht wer­den die Her­ren Bezos, Zucker­berg und Page auch vom Ampel­sy­stem begrüsst…

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Dem Lebens­werk von Oskar Woertz wur­den aber glei­cher­ma­ssen immer wie­der Stei­ne in den Weg gelegt. Weder Mobil­ma­chung im Zwei­ten Welt­krieg noch pri­va­te Schick­sals­schlä­ge mach­ten vor dem agi­len Jung­un­ter­neh­mer halt. Den Kara­bi­ner geschul­tert und mit unge­wis­sen Zukunfts­aus­sich­ten erreich­te ihn in auf dem Gott­hard­pass eine Hiobs­bot­schaft. Inmit­ten von Schnee­ver­we­hun­gen der sonst schon gar­sti­gen Wit­te­rungs­be­din­gung gefror ihm das Blut in den Adern, als ihm Mit­tei­lung der schwe­ren Erkran­kung sei­ner Frau über­bracht wur­de. Mit der not­wen­dig gewor­de­nen Fremd­platz­ie­rung sei­ner Kin­der und dem kurz dar­auf fol­gen­den Tod sei­ner gelieb­ten Gat­tin stand Oskar Woertz plötz­lich und fern­ab sei­nes pri­va­ten Umfelds und der Fabrik allei­ne da…